für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025
Die WOHNSTADT ist im Unternehmensverbund mit der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt am Main, in allen Geschäftsfeldern der Immobilienwirtschaft tätig. Neben dem Geschäftsfeld Immobilienbewirtschaftung mit der Verwaltung des eigenen Bestands und dem Portfolio-Management werden vielfältige Leistungen für Dritte rund um die Immobilie angeboten. Dazu gehören das Bauträgergeschäft, die Projekt- und Flächenentwicklung insbesondere für öffentliche Auftraggeber sowie das Planungs- und Projektmanagement.
Die Weltkonjunktur wird derzeit stark von der protektionistischen und sprunghaften Handelspolitik der USA beeinflusst. Für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet der Sachverständigenrat ein Wachstum von etwa 2,6 % bzw. 2,3 % in den Jahren 2025 und 2026 (vgl. Jahresgutachten 2025/2026 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, S. 3), die Inflationsrate liegt bei 2,9 % im Jahr 2025 bzw. 2,6 % im Jahr 2026.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, Abbildung, S. 3-4
Die deutsche Wirtschaft wird voraussichtlich weniger stark von dieser Entwicklung profitieren als in früheren Jahrzehnten, da sich die Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen auf den internationalen Absatzmärkten verschlechtert haben. China entwickelt sich zunehmend zu einem Wettbewerber für deutsche Industrieerzeugnisse und kann von gesunkenen Exportpreisen profitieren, die im August 2025 um 17,3 % unter dem Niveau von 2022 lagen. Im gleichen Zeitraum sind die Exportpreise im Euroraum um 14,4 % angestiegen.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 3
Die wirtschaftliche Aktivität im Euro-Raum hat etwas an Schwung verloren (vgl. Jahresgutachten 2025/26, S. 35). Die Wettbewerbsbedingungen der europäischen Unternehmen auf den internationalen Absatzmärkten haben sich verschlechtert. Neben den Belastungen durch höhere US-Einfuhrzölle haben die Preise für europäische Exportprodukte seit Jahresbeginn 2025 insgesamt deutlich kräftiger zugelegt als im weltweiten Durchschnitt. Dazu hat die Aufwertung des Euro seit Jahresbeginn 2025 maßgeblich beigetragen. Gestützt werden dürfte die Konjunktur jedoch von einer moderaten Erholung der Investitionstätigkeit.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 21
Zwar wuchs das BIP im 1. Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt mit 0,6 % gegenüber dem Vorquartal kräftig. Im 2. Quartal 2025 verlangsamte sich der Produktionsanstieg im Euro-Raum allerdings auf 0,1 % gegenüber dem Vorquartal. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den großen Volkswirtschaften der Währungsunion war dabei sehr unterschiedlich.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 35
Für das BIP im Euro-Raum erwartet der Sachverständigenrat ein Wachstum von etwa 1,4 % bzw. 1,0 % in den Jahren 2025 und 2026. Damit fällt das BIP-Wachstum zwar höher aus als im Jahr 2024, bleibt aber deutlich niedriger als der Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2024 von 1,6 % (vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 38). Für die Verbraucherpreise wird ein Wachstum von 2,1 % im Jahr 2025 und von 2,0 % im Jahr 2026 erwartet.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, Abbildung, S. 39
Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich derzeit in einer Phase der Stagnation, nachdem sie in den Jahren 2023 und 2024 eine Rezession erlebt hat. Die aktuelle Schwäche ist sowohl auf konjunkturelle Faktoren als auch auf einen tiefgreifenden Strukturwandel und geopolitische Veränderungen zurückzuführen, die das Exportmodell Deutschlands belasten. Die Unsicherheit bezüglich der Sicherheitsgarantien der USA für Europa und die anhaltende Fragmentierung des europäischen Binnen- und Kapitalmarktes erhöhen den Anpassungsdruck auf etablierte Strukturen. Zusätzlich tragen interne Faktoren wie der Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und die demografische Alterung zur schwierigen wirtschaftlichen Lage bei.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 1
Der Sachverständigenrat erwartet darüber hinaus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 preisbereinigt um 0,2 % moderat ansteigt. Im Jahr 2026 ist mit einem Wachstum von 0,9 % zu rechnen. Die Inflation dürfte im Jahr 2025 durchschnittlich 2,2 % betragen und bleibt stabil. Im Jahr 2026 ist mit einer Inflationsrate von 2,1 % zu rechnen. Die Kerninflation dürfte 2,7 % im Jahr 2025 und 2,5 % im Jahr 2026 betragen (vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 4). Die schwache Wirtschaftsleistung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die verhaltene Erholung, die sich im Sommer 2025 im verarbeitenden Gewerbe andeutete, verpufft ist. So stiegen die Auftragseingänge aus dem Ausland in der 1. Jahreshälfte 2025 an, lagen im August jedoch wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn 2025. Lediglich die Geschäftserwartungen haben sich im Oktober nochmals verbessert, liegen aber weiterhin auf niedrigem Niveau. Der seit dem Jahr 2023 beobachtete Rückgang der Exporte dürfte das Wachstum im Jahr 2025 weiterhin dämpfen, während die Importe zunehmen.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 3
Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin verhalten, auch wenn erste leichte Entspannungstendenzen sichtbar werden. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit ist im August 2025 erstmals seit Dezember 2022 wieder gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Herbstbelebung fiel bisher jedoch schwach aus. Im Oktober 2025 lag die Arbeitslosenquote bei 6,3 %, 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Erwerbstätigen ist im September 2025 saisonbereinigt zum fünften Mal in Folge zurückgegangen und lag rund 20.000 Personen unter dem Vormonatsniveau. Im August 2025 sank die Erwerbstätigenzahl saisonbereinigt um 19.000, davon 17.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im August 2025 noch um 0,1 % höher.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 72
Die sektoralen Beschäftigungstrends der vergangenen Monate setzen sich fort. Während im verarbeitenden Gewerbe Beschäftigung abgebaut wird, bauen staatsnahe Dienstleistungen etwa im Gesundheitswesen, in der Pflege, der Erziehung und der öffentlichen Verwaltung weiter Beschäftigung auf (ebd.). Für die Gesamtwirtschaft geht der Sachverständigenrat von einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 6,3 % im Jahr 2025 und 6,1 % im Jahr 2026 aus. Die Tariflöhne dürften 2025 um 2,5 % und 2026 um 2,8 % steigen. Für 2025 wird nur ein moderater Anstieg der Reallöhne erwartet, der sich 2026 voraussichtlich kaum verstärkt.
vgl. Jahresgutachten 2025/2026, S. 74-75
Quelle:
Perspektiven für morgen schaffen, Chancen nicht verspielen. Jahresgutachten 2025/2026 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
Das Jahr 2026 ist von erheblichen Herausforderungen geprägt: Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit mehr als zwei Jahren in einer ausgeprägten Phase stagnierenden Wachstums. Der Wohnungsmangel verschärft sich weiter, die Kosten für Bau- und Sanierungsmaßnahmen steigen kontinuierlich, und das Ziel einer klimaneutralen Gebäudestruktur erfordert dringend intelligente Lösungsansätze. Für eine erfolgreiche und sozial ausgewogene Zukunft sind kluge, integrative Strategien notwendig, die ökonomische, ökologische und soziale Anforderungen miteinander verknüpfen.
Die Bevölkerungszahl Deutschlands ist im Jahr 2024 – insbesondere infolge des Kriegsgeschehens in der Ukraine – um 0,1 % gestiegen. Aktuell leben rund 83,6 Mio. Menschen in Deutschland. Vom Bevölkerungszuwachs profitierten jedoch nicht alle Regionen gleichermaßen. Etwa ein Drittel der Kreise und kreisfreien Städte hat zwischen 2010 und 2024 Einwohnerverluste verzeichnet. Vor allem dünn besiedelte Landkreise abseits der urbanen Zentren sehen sich mit Schrumpfungsprozessen konfrontiert. Demgegenüber sind die wachsenden 63 kreisfreien Großstädte in Deutschland im Zeitraum von 2010 bis 2024 um insgesamt 1,8 Mio. Einwohner gewachsen. Im Jahr 2024 lag die Nettozuwanderung nach Deutschland bei 430.000 Personen. Langfristig, d. h. im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2024, sind per Saldo jährlich gut 509.000 Personen nach Deutschland zugewandert.
Damit haben sich die Wohnungsmärkte in den attraktiven Ballungsräumen und den wachstumsstarken Regionen in den letzten neun Jahren verändert: Eine weitgehend ausgeglichene Marktsituation entwickelte sich zu einer angespannten. Die Kapazitäten zur Aufnahme weiterer Zuziehender in die Ballungszentren werden immer knapper. Wohnungssuchende vergrößern ihren Radius vermehrt auf das Umland – sei es, weil sie dazu aufgrund der aktuellen Marktsituation gezwungen sind oder sie sich wegen des Wunsches nach einem Eigenheim mit Garten bewusst dafür entscheiden. Gerade für Familien mit Kindern gewinnt das Ideal vom Wohnen jenseits der großen Metropolen offenbar wieder an Bedeutung.
vgl. Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2025/2026, S. 9
Die Unternehmen des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft GdW investieren 2024 rund 19,7 Mrd. EUR. Damit verzeichneten die Gesamtinvestitionen ein leichtes Plus. Neubauinvestitionen brachen um 6,5 % ein. Die Bauinvestitionen in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung von Wohnungen gingen laut GdW 2024 weiterhin zurück. Angesichts hoher Preissteigerungen bei Baumaterial und Baupreisen, deutlich gestiegener Zinskosten sowie wachsender Unsicherheiten bezüglich öffentlicher Förderkonditionen fiel das Minus im Wohnungsbau mit 5 % stärker aus als in den übrigen Bausparten. Mit einem Volumen von 281 Mrd. EUR repräsentiert der Wohnungsbau den Löwenanteil von 60 % aller Bauinvestitionen in Deutschland.
vgl. Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2025/2026, S. 7
Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen erreichte 251.900 Einheiten. Das waren 14,4 % weniger als im Vorjahr. Hier werden Vorzieheffekte deutlich, da Bauherren begonnene Projekte möglichst schnell über die Ziellinien bringen wollten. In den kommenden Jahren ist mit weiterem Rückgang zu rechnen.
vgl. Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2025/2026, S. 9
Die im GdW organisierten Wohnungsunternehmen bauten 2024 gut 29.000 neue Wohnungen. Für das Jahr 2025 erwarten die Unternehmen einen Rückgang um rund 40 %. Dann dürften von den GdW-Unternehmen lediglich 18.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Weiterhin entsteht zu wenig Wohnungsneubau. In den kommenden Jahren ist mit einem weiteren Rückgang des Neubaus zu rechnen, weil weniger neue Bauvorhaben in Auftrag gegeben werden und zahlreiche Vorhaben storniert wurden. Der Neubau von 27.000 Mietwohnungen im sozialen Wohnungsbau ist zwar ein erfreulicher Anstieg, reichte aber nicht aus, um das Abschmelzen der Sozialwohnungsbestände zu stoppen.
vgl. Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2025/2026, S. 9
Laut GdW stiegen die Mieten im Bestand 2024 bundesweit im Mittel um 2,2 % und bleiben damit beständig. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Die GdW-Unternehmen mussten ihre warmen Betriebskostenvorauszahlungen 2024 noch einmal um 4,7 % erhöhen. Auch auf lange Sicht stiegen die Energiepreise deutlich schneller als die Nettokaltmieten. Seit 2000 verteuerten sich die Energiekosten um 203 %. Die Nettokaltmieten stiegen dagegen nur um 41 %, bei einer Inflation von 62 %.
vgl. Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2025/2026, S. 10
Seit Anfang 2022 steht auch die Wohnungswirtschaft in der Bundesrepublik deutlich unter dem Eindruck der multiplen Krisen. Die Situation auf den deutschen Wohnungsmärkten hat sich in den vergangenen zehn Jahren in den nachgefragten Metropolregionen und wachstumsstarken Räumen sehr schnell von einer weitgehend ausgeglichenen hin zu einer angespannten Marktlage entwickelt. Das Neubauziel der Bundesregierung von 320.000 Wohnungen jährlich wird vor dem Hintergrund der einbrechenden Wohnungsbaukonjunktur auf absehbare Zeit verfehlt werden. In der Folge ist davon auszugehen, dass sich die Nachfragesituation in zuwanderungsstarken Regionen weiter spürbar zuspitzt.
vgl. Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2025/2026, S. 8f.
Nach dem Frühjahrsgutachten des Rates der Immobilienweisen sieht sich der Wohnungsmarkt auch 2025 erheblichen Herausforderungen gegenüber. Besonders stark belasteten die stark gestiegenen Bauzinsen den Sektor, da sie die Bedingungen für Fremdfinanzierungen deutlich erschwerten. Dies führte zu einem Einbruch der Immobilientransaktionen und der Bautätigkeit. Der Wohnungsmarkt ist hiervon besonders betroffen, da speziell private Haushalte bei der Eigentumsbildung sehr sensitiv auf höhere Finanzierungskosten reagieren. Gleichzeitig gerieten zahlreiche Bauunternehmen und Projektentwickler aufgrund der gestiegenen Finanzierungskosten in finanzielle Schwierigkeiten. Dies hat zur Folge, dass die Insolvenzanforderungen im Grundstücks- und Wohnungswesen deutlich gestiegen sind.
vgl. Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2025 des Rates der Immobilienweisen, S. 229
Aktuell erlebt die Wohnungswirtschaft in vielerlei Hinsicht einen weitreichenden Vorzeichenwechsel. GdW-Präsident Axel Gedaschko schreibt im Vorwort zum „GdW Branchenbericht 9, Wohntrends 2040“. Nach mehr als einem Jahrzehnt mit weitgehend stabilen Rahmenbedingungen sind zu den bereits bekannten Herausforderungen wie der Gestaltung des Klimawandels zahlreiche neue und in ihrer Kombination besonders komplexe Themen hinzugekommen. Sieht man sich die Wohntrendstudien der vergangenen Jahre an, wird deutlich, dass jetzt viele Effekte kumuliert zum Tragen kommen, die uns seit Jahren bekannt sind. Hier sind der demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel ebenso zu nennen wie das Thema Digitalisierung oder der starke Anstieg der Baukosten.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisenkumulation nehmen die bekannten Phänomene aber eine neue Dimension an.
vgl. GdW Branchenbericht 9, Wohntrends 2040, S. 3
Quellen:
Wohnungswirtschaftliche Daten und Trends 2024/2025 – Zahlen und Analysen aus der Jahresstatistik des GdW
Wohntrends 2040, Branchenbericht 9 des GdW
Frühjahrsgutachten Immobilienwirtschaft 2025 des Rates der Immobilienweisen
Schwerpunkt der Tätigkeit im Berichtsjahr war die Bewirtschaftung der 18.517 (Vorjahr 18.490) eigenen Verwaltungseinheiten, davon 15.765 Wohnungen.
Der Wohnungsmarkt im Tätigkeitsgebiet der Wohnstadt in Nord-, Ost- und Mittelhessen ist entspannter als im stark nachgefragten Südhessen bzw. im Rhein‑Main‑Gebiet. Er zeichnet sich durch moderatere Preise und eine stetige Nachfrage aus, insbesondere in den Oberzentren und deren näherem Umland. Die durchschnittliche Fluktuationsquote im Vermietungsgeschäft beträgt 5,1 %. Die 3-Monats-Leerstände belaufen sich in Abhängigkeit der Situation der Teilmärkte auf durchschnittlich 1,6 % und resultieren insbesondere aus der Investitionstätigkeit. Der durch die Ausstattung oder Lage der Wohnungen marktbedingte Leerstand liegt bei lediglich 0,7 % des Wohnungsbestands, was einer Vollvermietung sehr nahekommt.
Der stetig alternde Wohnungsbestand erfordert weiterhin hohe Bestandsinvestitionen. Im Berichtsjahr wurden 18,7 Mio. EUR für Instandhaltungsmaßnahmen (einschließlich interner Kostenverrechnung) aufgewandt. In aktivierungspflichtige Modernisierungsmaßnahmen wurden darüber hinaus 13,4 Mio. EUR investiert. Die Investitionen je qm Wohnfläche (einschließlich interner Kostenverrechnung) betrugen 30,52 EUR.
Im Rahmen der Portfolioentwicklung erfolgten im Jahr 2025 insgesamt sieben Besitzübergänge. Es handelte sich hierbei um zwei Häuser, vier Eigentumswohnungen und eine Garage im Einzelvertrieb.
Im Berichtsjahr befanden sich 152 Mietwohnungen und drei Gewerbeeinheiten für den eigenen Bestand in Fulda in Planung. Die kalkulierten Herstellungskosten für diese Investitionen belaufen sich auf rund 45,7 Mio. EUR.
Aufgrund der derzeit schwierigen Marktlage sind zurzeit keine Eigentumswohnungen in Planung.
Bestandsinvestitionen setzen sich aus bestandserhaltenden Instandhaltungen und wertverbessernden aktivierungspflichtigen Modernisierungen zusammen. Bei der Modernisierung werden die Gebäude insbesondere energetisch ertüchtigt, die Ausstattung verbessert bzw. die Wohnungen in einen zeitgemäßen Zustand versetzt.
Für eine optimierte Planung wird das mehrjährige Investitionsprogramm regelmäßig aktualisiert bzw. fortgeschrieben. Neben dem regulären Modernisierungsprogramm wird im Rahmen einer Eigenkapitalerhöhung bei der Muttergesellschaft Nassauische Heimstätte ein zusätzliches energetisches Modernisierungsprogramm bearbeitet. Hierbei werden insbesondere die Gebäudehülle sowie die Heizungstechnik erneuert bzw. optimiert. Im Geschäftsjahr 2025 konnte die Modernisierung von insgesamt 213 Wohnungen erfolgreich abgeschlossen werden.
Die WOHNSTADT ist treuhänderisch oder beratend an den Standorten Kassel und Weimar in 66 Städten und Gemeinden tätig. Das Auftragsvolumen umfasst 98 (Vorjahr 94) Aufträge. Dazu zählen die städtebaulichen Entwicklungs- und Sanierungsmaßnahmen, Maßnahmen in den Förderprogrammen „Sozialer Zusammenhalt“, „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ und „Lebendige Zentren“.
Für die von uns treuhänderisch durchgeführten Maßnahmen in allen Städtebauförderprogrammen und Entwicklungsmaßnahmen kamen im Geschäftsjahr 2025 Finanzierungsmittel von rd. 12,4 Mio. EUR (Vorjahr rd. 14,1 Mio. EUR) zur Verwendung.
Die Vermögenslage der Gesellschaft stellt sich nach Gegenüberstellung der Geschäftsjahre 2024 und 2025 wie folgt dar:
Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Mio. EUR vermindert. Dabei hat sich das Sachanlagevermögen um 6,9 Mio. EUR reduziert, was vor allem auf den Rückgang der Grundstücke mit Wohnbauten um 9,5 Mio. EUR zurückzuführen ist. Die Veränderungen bei den Grundstücken mit Wohnbauten resultieren hier im Wesentlichen aus den planmäßigen Abschreibungen auf Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten von 20,9 Mio. EUR, außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von 2,5 Mio. EUR sowie Abgängen durch Bestandsverkäufe von 0,1 Mio. EUR bei Zugängen einschließlich Umbuchungen von 14,1 Mio. EUR. Demgegenüber ist im Sachanlagevermögen ein Anstieg bei den Bauvorbereitungskosten um 2,1 Mio. EUR und den technischen Anlagen und Maschinen um 0,5 Mio. EUR zu verzeichnen.
Die Veränderung des Umlaufvermögens resultiert im Wesentlichen aus der Reduzierung der unfertigen Leistungen in Höhe von 2,3 Mio. EUR, der Reduzierung der Bauvorbereitungskosten in Höhe von 0,8 Mio. EUR und der Verminderung der sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 0,3 Mio. EUR. Demgegenüber steht eine Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 0,7 Mio. EUR. Die Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert mit 1,1 Mio. EUR aus der Erhöhung des abzuführenden Gewinns von der Tochtergesellschaft, der MET, an die WOHNSTADT. Demgegenüber hat sich die Forderung gegen die Nassauische Heimstätte um 0,4 Mio. EUR vermindert.
Auf der Passivseite haben sich im Wesentlichen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 9,7 Mio. EUR verringert und die erhaltenen Anzahlungen um 1,3 Mio. EUR erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich um 0,2 Mio. EUR reduziert, was gegenüber der Nassauischen Heimstätte vorwiegend aus verminderten Cash-Pool-Verbindlichkeiten von 5,8 Mio. EUR, geringeren Darlehensverbindlichkeiten von 2,1 Mio. EUR und verminderten Verbindlichkeiten aus der Geschäftsbesorgung von 1,0 Mio. EUR resultiert. Demgegenüber erhöhten sich die Cash-Pool-Verbindlichkeiten gegenüber der MET um 8,0 Mio. EUR. Außerdem ist der passive Rechnungsabgrenzungsposten um 0,4 Mio. EUR gesunken.
Aufgrund des Jahresüberschusses sowie der Tilgung von Darlehen hat sich die Eigenkapitalquote von 29,6 % im Vorjahr auf 30,8 % im aktuellen Jahr verbessert.
Die Kapitalstruktur zum 31. Dezember 2025 ist durch die Erhöhung des Eigenkapitals infolge des positiven Jahresergebnisses um 3,1 Mio. EUR geprägt. Die Abnahme bei den Rückstellungen resultiert aus der Reduzierung bei den sonstigen Rückstellungen um 2,2 Mio. EUR, was auf geringere Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungen von 1,3 Mio. EUR und geringere Rückstellungen für ausstehende Rechnungen von 0,9 Mio. EUR zurückzuführen ist.
Der Liquiditätsbedarf hat sich im Geschäftsjahr um 2,3 Mio. EUR erhöht und ist in Höhe von 51,3 Mio. EUR (Verbindlichkeit gegenüber dem konzerninternen Cash-Pool) mit einem Bankguthaben in Höhe von 0,1 Mio. EUR am Jahresende weiterhin negativ.
Die laufende Geschäftstätigkeit führte im Berichtsjahr zu einem Mittelzufluss von 25,1 Mio. EUR (Vorjahr 26,4 Mio. EUR). Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit reichte im Berichtsjahr aus, um die planmäßigen Tilgungsleistungen der Objekt- und Unternehmensfinanzierungsmittel von 15,4 Mio. EUR (Vorjahr 22,2 Mio. EUR) und die Zinszahlungen von 4,3 Mio. EUR (Vorjahr 4,7 Mio. EUR) vollständig zu bestreiten.
Die Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von insgesamt 11,0 Mio. EUR (Vorjahr 14,6 Mio. EUR). Die Auszahlungen erfolgten für Modernisierung, Neubau und technische Anlagen sowie für Maschinen im Sachanlagevermögen in Höhe von 16,9 Mio. EUR (Vorjahr 19,7 Mio. EUR). Diesen standen Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen im Rahmen der Portfolio-Entwicklung von 0,7 Mio. EUR (Vorjahr 1,4 Mio. EUR), aus der Ergebnisabführung der MET sowie aus den Erträgen aus Beteiligungen von insgesamt 4,9 Mio. EUR (Vorjahr 3,5 Mio. EUR) gegenüber.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von 16,4 Mio. EUR (Vorjahr 15,5 Mio. EUR). Dies resultiert aus den Auszahlungen für die Tilgungen von Darlehen in Höhe von 16,1 Mio. EUR (Vorjahr 22,3 Mio. EUR), davon 0,7 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR) für außerplanmäßige Tilgungen. Darüber hinaus waren Zahlungsmittelabflüsse durch Zinszahlungen von 4,3 Mio. EUR (Vorjahr 4,7 Mio. EUR) zu verzeichnen.
Die Finanzlage ist geordnet und die Zahlungsfähigkeit war jederzeit gegeben.
Der Jahresüberschuss des Jahres 2025 liegt mit 3,09 Mio. EUR rd. 0,08 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert. Die Ursachen hierfür werden nachfolgend im Wesentlichen erläutert:
Die Umsatzerlöse liegen rund 4,78 Mio. EUR über dem Vorjahr. Der Anstieg beruht vor allem auf den gestiegenen Umsätzen aus der Bewirtschaftungstätigkeit. Diese sind um 5,46 Mio. EUR gestiegen. Davon entfallen 2,13 Mio. EUR auf Mieten und 3,11 Mio. EUR auf Umlagen von Betriebs- und Heizkosten. Gegenläufig wurden weniger Erlöse aus dem Verkauf von Grundstücken (-0,68 Mio. EUR) erzielt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 0,84 Mio. EUR gesunken, insbesondere aufgrund geringerer Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen.
Die Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen sind um 1,91 Mio. EUR zum Vorjahr gestiegen. Davon entfallen 1,36 Mio. EUR auf Betriebskosten sowie 0,83 Mio. EUR auf Instandhaltungskosten.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 28,81 Mio. EUR nur geringfügig unter dem Vorjahr (+0,18 Mio. €).
Das EBITDA konnte daher um 0,73 Mio. EUR gesteigert werden und liegt nun bei 26,09 Mio. EUR.
Die Abschreibungen liegen 2,48 Mio. EUR über dem Vorjahr. Darin enthalten sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2,47 Mio. EUR.
Die Zinsaufwendungen liegen 0,41 Mio. EUR unter dem Vorjahr.
Gegenüber dem Vorjahr sind die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von der MET um 1,13 Mio. EUR auf 4,28 Mio. EUR gestiegen.
Die erstatteten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,13 Mio. EUR vermindert.
Der Jahresüberschuss liegt 1,79 Mio. EUR über dem Planwert für 2025. Der Grund liegt im Wesentlichen in geringeren Zinsaufwendungen in Höhe von 1,29 Mio. EUR sowie 0,48 Mio. EUR höheren Erträgen aus der Gewinnabführung der MET.
Die finanziellen Leistungsindikatoren sind die Umsätze aus der Hausbewirtschaftung und die Umsätze aus dem Verkauf von Grundstücken sowie der Jahresüberschuss vor Ertragsteuern und ergeben sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Ein weiterer finanzieller Leistungsindikator ist die Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme).
Vor dem Hintergrund eines angespannten Marktumfelds in der Wohnungswirtschaft, das durch weiter steigende Baukosten, ein nachhaltig erhöhtes Zinsniveau am Kapitalmarkt, eine niedrige Transaktionsaktivität sowie zunehmende regulatorische Anforderungen gekennzeichnet ist, beurteilt die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr und die Lage des Unternehmens als angespannt.
Die frühzeitige Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung und Kontrolle von Risiken, die sich aus der geschäftlichen Tätigkeit ergeben können, obliegt den Sorgfaltspflichten der Geschäftsführung. Diesbezüglich fand die Festlegung einer verbindlichen Aufbau- und Ablauforganisation im Zusammenhang mit dem Risikomanagementsystem statt. Die Funktionen zum Risikomanagement sind zentral bei der Konzernmutter Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH in einem Stabsbereich dem leitenden Geschäftsführer zugeordnet und erstrecken sich auf alle Geschäftsfelder und die Gesellschaften der Unternehmensgruppe.
Die Ziele des Risikomanagements richten sich unter operativen und strategischen Gesichtspunkten auf die Sicherung des Unternehmens gegen Gefahren, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Erreichung festgelegter Ziele gefährden könnten. Dies gilt gleichermaßen für die Vermeidung von Image- und/oder Reputationsschäden.
Potenzielle Risiken aus möglichen Compliance-Verstößen werden ebenfalls systemunterstützt erfasst und bewertet und so in die Risikogesamtbewertung einbezogen. Verantwortlich für die Risikobewertung hierzu ist der Compliance-Beauftragte. Ereignisse, die die Rechte und den Schutz von personenbezogenen Daten betreffen, werden bei kritischer Bewertung durch den Datenschutzbeauftragten, bzw. die interne Datenschutzmanagerin, ebenfalls im Risikomanagement abgebildet.
Durch die dezentralen konzernweiten Risikoverantwortlichen erfolgt die Anwendung mit diesen einheitlichen Ansätzen für die Meldung, Bewertung und Überwachung von potenziellen Risiken. Im Risikomanagement-Handbuch sind die Ziele, das Prinzip, die Elemente, Grundsätze sowie der Risikomanagementprozess mit allen diesbezüglichen Festlegungen beschrieben.
Zum Internen Kontrollsystem (IKS) der Unternehmensgruppe gehören organisatorische Regelungen und Maßnahmen zur Einhaltung gesetzlicher, untergesetzlicher und unternehmerischer Vorgaben sowie Anweisungen zur Steuerung und Sicherstellung der betrieblichen Abläufe.
Prüfungen erfolgen durch die Innenrevision, Ermittlungen ggf. durch den Compliance-Beauftragten der Unternehmensgruppe. Dieser steht auch für Beratungen zur Verfügung und führt ggf. einzelne Unterweisungen oder Schulungen für Beschäftigte durch. Maßnahmen entsprechend dem Geldwäschegesetz und das Hinweisgebersystem gemäß dem Hinweisgeberschutzgesetz werden ebenfalls durch den Compliance-Beauftragten der Unternehmensgruppe verantwortet.
Die nachfolgenden Risiken sind für die Gesellschaft relevant:
Geplante Änderungen von rechtlichen Rahmenbedingungen vor allem im Miet-, Bau- und Umweltrecht werden verfolgt, um auf verbindliche Änderungen reagieren zu können. Jede Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, die für unsere Geschäftstätigkeit relevant sind, wie etwa Regelungen zur Höhe/Entwicklung von Mieten, Vorschriften zur Ausgestaltung von Modernisierungsmaßnahmen sowie Einschränkungen der Modernisierungsmöglichkeiten oder Vorschriften, könnte sich nachteilig auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auswirken. Potenzielle Auswirkungen wären wesentlich. Wir sehen die Eintrittswahrscheinlichkeiten derzeit als gering an.
Veränderungen der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen, die sich auf das operative Geschäft beziehen oder eine nicht sachgerechte Anwendung bzw. Umsetzung steuerlicher Regelungen und Vorschriften im operativen Geschäft finden, könnten sich nachteilig auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Hierzu gehören auch die eingerichteten ertragsteuerlichen und umsatzsteuerlichen Organschaften. Die Erfüllung der jeweiligen Organschaftsvoraussetzungen ist Gegenstand regelmäßig stattfindender bzw. laufender steuerlicher Betriebsprüfungen. Bei letztinstanzlicher Nichtanerkennung der Organschaften könnte dies zu einer wesentlichen bzw. hohen steuerlichen Mehrbelastung zuzüglich Verzinsung führen.
Zur frühzeitigen Identifizierung, Bewertung und Steuerung möglicher steuerrechtlich relevanter Risiken wurde mithilfe externer Unterstützung eine Risikoerfassung durchgeführt. Die relevanten Risiken wurden im Rahmen eines Tax-Compliance-Management-Systems identifiziert und in einer Risikomatrix erfasst. Die relevanten Risiken werden im Rahmen der Tax-Compliance laufend beobachtet und bewertet.
Die Reputation ist von entscheidender Bedeutung. Ein schlechtes Ansehen entspricht nicht unserem Leitbild und kann unsere Geschäftstätigkeit in lokalen Märkten erschweren. Daher streben wir jederzeit eine frühzeitige und offene Kommunikation sowie einen direkten Dialog mit allen Gruppen und Geschäftspartnern an, die ein berechtigtes Interesse haben, wenn es um Konflikte, wie z. B. die Bezahlbarkeit von Wohnraum, um Modernisierungs- oder Neubauvorhaben in unseren Immobilienquartieren oder um Regelverstöße geht. Hierzu nutzen wir auch das konzernweite Compliance-Hinweisgebersystem. Auf berechtigte Einwände reagieren wir entsprechend.
Darüber hinaus besteht auf der Finanzierungsseite das Risiko, dass die Kapitalbeschaffung beeinträchtigt werden könnte. Derzeit werden diesbezüglich keine Risiken gesehen.
Mit umfassenden projektierten Modernisierungsmaßnahmen ist die energetische Aufwertung des Anlagevermögens geplant. Die Risiken aus diesen einzelnen Projekten werden auf Projektebene laufend beobachtet.
Im Rahmen von Bestandsanalysen und der Investitionstätigkeit werden bei Investitionsrechnungen und Bewertungen Annahmen über zukünftige Entwicklungen zugrunde gelegt, die sich abweichend von derzeitigen Prognosen entwickeln können. Darüber hinaus können externe Einflussfaktoren dazu führen, dass erwartete Ergebnisse in der Bestandsbewirtschaftung, im Wohnungsneubau oder -ankauf nicht realisiert werden.
Im Zusammenhang mit Investitionsentscheidungen bestehen zudem verschiedene Projektrisiken. Hierzu zählen bspw. steigende Baukosten, unvorhergesehene Umstände wie z. B. Handwerkerkapazitäten oder Materialengpässe, unerwartete Haftungsfälle sowie höhere Zinsaufwendungen.
Beim Einsatz von General- und Nachunternehmen im Rahmen der Bautätigkeiten besteht das Risiko von Ausfällen, die zu wirtschaftlichen Belastungen oder rechtlichen Haftungen führen können.
Weitere Risiken können ggf. aus unzureichenden Informationen zu den in den Immobilien verbauten Materialien (z. B. Schadstoffe) sowie der Umsetzung von neuen oder aktualisierten bautechnischen Regularien (z. B. Brandschutzmaßnahmen) entstehen. Darüber hinaus können mögliche Gesetzesänderungen die Geschäftstätigkeit einschränken, etwa im Zusammenhang mit öffentlichen und politischen Diskussionen über Miethöhen oder Förderungen im Rahmen von energetischen Investitionen in Modernisierung oder Neubau.
Für Deutschland wird im Jahr 2026 mit einer moderaten wirtschaftlichen Erholung und einem Wachstum von rund 1,5 % gerechnet, womit sich die Konjunktur wieder stabilisiert und im Einklang mit der Euro-Zone entwickelt. Die Inflation dürfte im Jahresdurchschnitt weiterhin leicht oberhalb des Zielwerts der Europäischen Zentralbank von 2 % liegen, sich jedoch insgesamt weiter stabilisieren. Die Geldpolitik der EZB befindet sich mit einem Leitzinsniveau von rund 2 % in einer weitgehend neutralen Position und verfolgt einen vorsichtigen Kurs zwischen Inflationsbekämpfung und Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung. Am deutschen Immobilienmarkt ist insbesondere im Wohnsegment weiterhin mit steigenden Preisen zu rechnen, da die Nachfrage in Ballungsräumen das Angebot übersteigt. Gleichzeitig begrenzt die weiterhin eingeschränkte Erschwinglichkeit das Aufwärtspotenzial der Preise.
Für die Unternehmensgruppe bestehen finanzielle Risiken insbesondere im Zusammenhang mit dem weiterhin erhöhten Zinsniveau. Zwar zeigen sich derzeit keine Einschränkungen bei der Kreditbeschaffung, jedoch führen höhere Finanzierungskosten bei Neukreditaufnahmen zu einem zunehmenden Rentabilitätsdruck bei Investitionsprojekten. Darüber hinaus besteht bei auslaufenden Finanzierungen ein Zinsänderungsrisiko im Rahmen von Prolongationen. Dieses Risiko wird durch langfristige Zinsbindungen sowie die Nutzung zinsgünstiger Förderdarlehen deutlich begrenzt.
Insgesamt sind derzeit keine branchenunüblichen oder bestandsgefährdenden finanzwirtschaftlichen Risiken erkennbar. Zur aktiven Steuerung der finanzwirtschaftlichen Risiken setzt die Unternehmensgruppe weiterhin etablierte Instrumente ein, insbesondere die Liquiditäts- und Dispositionsplanung, das Kredit- und Beleihungsmanagement sowie regelmäßige Analysen zu Zinsänderungsrisiken.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bergen Risiken für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere könnten steigende Energiepreise inflationssteigernd wirken und zu einem erneuten Anstieg des Zinsniveaus führen, was sich negativ auf Finanzierungskosten sowie Investitions- und Bautätigkeit auswirken kann.
Im Unternehmensbereich Portfoliosteuerung & Mietenadministration werden Portfolioanalysen für den Konzernwohnungsbestand durchgeführt. Hierbei werden technische Objektanalysen, betriebswirtschaftliche Auswertungen wie Cashflow- und dynamische Investitionsrechnungen erstellt. Aufgrund der Bedeutung der Ergebnisse aus der Bestandsbewirtschaftung (Kerngeschäft des Unternehmens) erfolgt außerdem eine Beobachtung relevanter Erfolgskennzahlen sowie Marktwertentwicklungen.
Insgesamt geht die Geschäftsführung von keinen bestandsgefährdenden Risiken aus.
Die nachfolgenden Chancen sind für die Gesellschaft relevant:
Die anhaltend angespannte Wohnungsmarktlage in bestimmten Ballungsräumen kann zu politischen Entscheidungen führen, die die Erweiterung der Wohnraum- oder Mietförderung beabsichtigen. Dies kann regional positive Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit haben.
Der Zugang zu den Finanzmärkten wird maßgeblich durch die gute Bonität sowie das Investment-Grade-Rating der Nassauischen Heimstätte unterstützt. Das stabile und nachhaltige Geschäftsmodell der Unternehmensgruppe sowie die weiterhin hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum tragen zur Stabilisierung der positiven Ratingeinschätzung bei – auch unter herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hierdurch wird die Finanzierungsfähigkeit der Unternehmensgruppe nachhaltig gestärkt und eine verlässliche Grundlage für die Umsetzung geplanter Investitionsmaßnahmen geschaffen.
Nachhaltigkeit ist ein Kernthema der NHW und integraler Bestandteil der Gesamtunternehmensstrategie. Die Klimastrategie bildet das Rückgrat der Nachhaltigkeitsausrichtung – mit dem Ziel, Klimaneutralität im Gebäudebestand bis 2045 zu erreichen. Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde erstmals 2014 entwickelt, 2017/18 fortgeschrieben und im Jahr 2023 erneut aktualisiert. Folgende Erfolge konnten bei den sogenannten Fokuszielen erreicht werden:
Eine Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie wird im Jahr 2026 durchgeführt werden. Ziel ist es, nach zwölf Jahren Nachhaltigkeitsmanagement Methodiken, Organisationsmodelle, Managementansätze und eine Überarbeitung des Indikatorensets zur Stärkung der Verankerung in der Unternehmensentwicklung und den Organisationseinheiten fortzuentwickeln. Ziel ist es, die Grundlage der Nachhaltigkeitsausrichtung für die kurz-, mittel- und langfristige Perspektive (2030/2035/2045) zu legen.
Das Nachhaltigkeitsmanagement ist seit 2014 konzernweit implementiert und in die Führungsstruktur systematisch eingebunden. Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung, legt übergeordnete Ziele und Kennzahlen fest und verankert Nachhaltigkeit verbindlich im Kerngeschäft. Zwei zentrale Einheiten tragen das System:
Auf der operativen Ebene liefern Fachbereiche jährlich relevante Nachhaltigkeitsdaten, identifizieren bereichsspezifische Themen, setzen Maßnahmen um und stellen Inhalte sowie Fortschritte gegenüber internen und externen Stakeholdern dar.
Die NHW entwickelte ihre Berichterstattung von freiwilligen Rahmenwerken (seit 2014 GRI, DNK, GdW-Vorgaben) hin zur CSRD-Orientierung mit ESRS-Bezug. Ab dem Geschäftsjahr mit CSRD-Pflicht standen eine umfassende Gap-Analyse und eine Doppelwesentlichkeitsanalyse (Impact, Risiko, Chancen, Perspektive) im Fokus. Trotz der Omnibus-Verordnung vom 22. Dezember 2025 nutzt die NHW CSRD-Indikatoren weiterhin als Steuerungsinstrument für das Kerngeschäft – unter anderem zur Offenlegung gegenüber Finanzdienstleistern, im Risikomanagement, der Transformationssteuerung und Außendarstellung. Nach 2025 bleiben GRI/DNK freiwillig erhalten und werden gezielt um zentrale CSRD-Elemente ergänzt; ähnlich wurde für die EU-Taxonomie ein reduziertes, pragmatisches Vorgehen etabliert, das strategisch hilfreiche KPIs liefert, ohne die Bereiche zu überfordern. Die NHW hält ihr Ambitionsniveau und die Kontinuität der Nachhaltigkeitsberichterstattung und richtet sich am EU-Leitstandard und an CSRD-pflichtigen Wohnungsunternehmen aus. In der Fortschreibung 2026+ wird das bewährte Indikatorenset gezielt um strategisch relevante Datenpunkte erweitert.
Die Klimastrategie der NHW wurde nach der Erstformulierung 2018/19 im Jahr 2022 umfassend fortgeschrieben; aufgrund des novellierten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfolgte eine erneute Fortschreibung zur Vorstellung im Aufsichtsrat im Frühjahr 2025. Ziel: Konzentration auf klimaneutrale Wärmeversorgung und Reduktion der Eingriffstiefe im Bestand zur Verringerung der Finanzierungslücke. Die Klimastrategie 2025+ liefert die bislang besten strategischen Zielwerte für die Konzernentwicklung: breitere Portfoliodurchdringung, bessere betriebswirtschaftliche Rahmungen und die Verbindung des sozialen Kernauftrags bezahlbarer Mieten mit möglichst gering steigenden Heizkosten. Erstmals nähert sich die NHW der Vorgabe Klimaneutralität 2045 bis auf etwa 5 kg CO2/m²a Restemissionen. Der zentrale Hebel ist die Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Wärme und der gezielte Ausbau klimarelevanter Investitionen unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit. In der Ausblickphase 2028+ stehen im Mittelpunkt:
Neben dem Kerngeschäft wirkt die NHW über die von ihr initiierte Initiative Wohnen.2050 (IW.2050 – Gründung: Anfang 2020; Sitz: Frankfurt am Main) als Multiplikatorin. Ziel ist die Unterstützung der Wohnungswirtschaft bei der Erreichung der Pariser Klimaziele. Dem Zusammenschluss gehören zum Ende 2025 252 Wohnungsunternehmen und 13 institutionelle Partner (unter anderem GdW) an; vertreten werden über zwei Millionen Wohneinheiten, die bis 2045 klimaneutral entwickelt werden sollen. Bislang fanden rund 190 Fachveranstaltungen statt; die Initiative präsentierte ihre Arbeit auf etwa 90 Branchenveranstaltungen. Der jährliche Praxisbericht (Printauflage ca. 3.300, Online-Version verfügbar) findet breite Resonanz in der Branche der Fachwelt und im politischen Raum.
Quellen:
Unternehmensbericht 2024 der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt
Praxisbericht 2025/2026 der Initiative Wohnen.2050
Das Bestandsinvestitionsprogramm wird auch in den kommenden Jahren auf hohem Niveau fortgesetzt. Für das Jahr 2026 sind in der Wohnstadt Instandhaltungsaufwendungen in Höhe von 19,8 Mio. EUR sowie Modernisierungsinvestitionen in Höhe von 9,7 Mio. EUR geplant. Die geplanten Modernisierungsmaßnahmen tragen zur Verbesserung des Ausstattungs- sowie Energiestandards unserer Wohnungen bei und sichern damit deren Vermietbarkeit. Gleichzeitig wird die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt und seine wirtschaftliche Stabilität nachhaltig gefestigt. Flankiert werden die baulichen Erneuerungsinvestitionen durch Maßnahmen der sozialen Stabilisierung der Siedlungsstrukturen im Rahmen von Quartiersentwicklungen, ggf. unter Inanspruchnahme des Programms „Sozialer Zusammenhalt“.
Ziel der Unternehmensgruppe ist ein klimaneutraler Wohnungsbestand gemäß Klimastrategie. Vor dem Hintergrund der Baupreissteigerungen, der Entwicklungen auf den Finanzmärkten sowie der kontinuierlich steigenden gesetzlichen Anforderungen an unsere Wohnungsbestände wird der eingeschlagene Strategiewechsel in der Modernisierung fortgeführt. So werden verstärkt geringinvestive Modernisierungen zur Umstellung auf fossilfreie Energieträger und Vermeidung von Treibhausgasemissionen (CO2) umgesetzt. Ganzheitliche Modernisierungen sind portfoliostrategisch zwar wünschenswert, aufgrund der Größe des Wohnungsbestands und des daraus resultierenden Investitionsvolumens jedoch insgesamt nicht leistbar.
Die Veräußerung von Wohnungen des Anlagevermögens erfolgt nur noch im Rahmen von Einzelprivatisierungen an Mieter oder leerstehender Wohnungen am freien Markt.
Die Ertragslage wird als solide beurteilt.
Für das Geschäftsjahr 2026 wird gemäß der aktuellen Planung des Unternehmens mit einem Jahresüberschuss von 0,2 Mio. EUR gerechnet.
Die wichtigsten Positionen aus dem Wirtschaftsplan sind in Mio. EUR:
In Mio. EUR | IST 2025 | Plan 2026 | ||
Sollmieten | 72,7 | 75,3 | ||
Erlösschmälerungen | 2,7 | 3,0 | ||
Instandhaltungsaufwendungen | 16,7 | 18,1 | ||
Sonstige betriebliche Aufwendungen | 28,8 | 33,8 | ||
Zinsaufwendungen | 4,4 | 5,2 | ||
Erträge aus Gewinnabführungen | 4,3 | 3,5 | ||
Jahresüberschuss | 3,1 | 0,2 | ||
Die Eigenkapitalquote für das folgende Geschäftsjahr wird mit rund 30,5 % prognostiziert.
Die Ertragslage wird trotz Inflation und weiterhin hohen Zinsen als solide beurteilt. Die wirtschaftliche Umsetzung energetischer Modernisierungsmaßnahmen hängt in gewissem Umfang von der Verfügbarkeit öffentlicher Fördermittel ab. Insbesondere Bundesförderprogramme tragen dazu bei, Investitionsmaßnahmen wirtschaftlich darstellbar umzusetzen. Der Wegfall oder die Reduzierung entsprechender Förderprogramme kann dazu führen, dass Investitionen stärker durch Fremdmittel finanziert werden müssen. Daraus resultierende zusätzliche Zinsaufwendungen können die zukünftige Ertragslage entsprechend belasten.
Kassel, den 26.03.2026
Dr. Thomas Hain
Monika Fontaine-Kretschmer
Dr. Constantin Westphal