Von der internen Haltung in den sichtbaren Alltag: Wir schaffen Wohnraum für alle, entwickeln Wohnformen für jede Lebensphase, stärken das Soziale in unseren Quartieren und bringen Innenstädte zurück in die Nutzung.
In der Fritz-Kissel-Siedlung in Frankfurt-Sachsenhausen schlendern Sina Jansohn und Gregor Steiger durch das modernisierte Quartier im Süden der Stadt. Wie wichtig es ist, in bewegten Zeiten Wohnraum fair zu vermitteln, erzählt die Service Center Leiterin dem Kollegen aus dem NHW-Nachhaltigkeitsmanagement.
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Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Hessen wächst und wächst. Wir bauen weiter: Im vergangenen Jahr haben wir 1.000 Wohnungen fertiggestellt – und direkt in die Vermietung gebracht. Das ist eine starke Marke, die es in dieser Größenordnung seit Jahrzehnten nicht gegeben hat. Und wir spüren Rückenwind: Die Förderbedingungen der Stadt Frankfurt wurden verbessert, zudem hat sich die Zinsvolatilität beruhigt. Das macht Planung wieder verlässlicher. Gleichzeitig zeigt sich, was ein solides Fundament bringt: Unsere erste Eigenkapitalerhöhung liegt fast zehn Jahre zurück – jetzt zahlt sie sich aus.
Dazu kommt, dass die Rahmenfinanzierung der Europäischen Investitionsbank (EIB) uns die Umsetzung von Neubau- und Modernisierungsinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 1 Milliarde Euro ermöglicht.
„Für alle“ meinen wir ohne Wenn und Aber. Und inkludiert auch Menschen, deren Leben zeitweise aus den Fugen geraten ist. In Hessen gibt es über 22.000 wohnungslose Menschen, mehr als 3.000 leben dauerhaft auf der Straße. Genau hier setzt unsere Kooperationen mit der Evangelischen Wohnraumhilfe in Kassel an. Kürzlich konnten wir schon die 30. Wohnung für diesen guten Zweck zur Verfügung stellen. Für jeden einzelnen Betroffenen bedeutet sie einen großen Schritt zurück in ein geregeltes Leben.
Genauso wichtig ist Schutz und Neustart nach häuslicher Gewalt: Gemeinsam mit dem Land Hessen haben wir vor einigen Jahren ein Modellprojekt initiiert, bei dem Sozialwohnungen für Frauen nach einem Frauenhausaufenthalt bereitgestellt wurden. Der Ansatz wurde anschließend in ein landesweites Programm überführt, an dem sich verschiedene Wohnungsunternehmen beteiligen.
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Weniger Geburten, eine höhere Lebenserwartung: Unsere Gesellschaft verändert sich, genau wie die individuellen Bedarfe. Ältere Menschen wollen heute häufig nicht mehr im klassischen Seniorenheim wohnen. Deshalb unterstützen wir auch alternative Wohnformen, die wir zusammen mit Kooperationspartnern wie der Lebenshilfe Frankfurt und Gießen e.V. und der Caritas Frankfurt und auf die Beine stellen.
Erstes Beispiel: die inklusive Wohngemeinschaft in der Freiligrathstraße in Frankfurt-Bornheim. Hier zählt das Miteinander mit der richtigen Betreuung, Unterstützung und Vernetzung. Und wir denken Barrierefreiheit mit: Im Bestand haben wir dafür sogar einen Aufzug nachgerüstet. Die „Leuchte 35a“ in Frankfurt-Bergen-Enkheim ist seit über 22 Jahren ein Vorzeigeprojekt für generationsübergreifendes Wohnen. Hier leben sogar gleich drei Generationen unter einem Dach. Acht barrierefreie Mietwohnungen und ein Gemeinschaftsraum. Frühstückstreffen, Kinoabende, Nachbarschaftsfeste -die Hausgemeinschaft organisiert sich selbst. So klappt selbstbestimmtes Wohnen bis ins hohe Alter.
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Besonders Kinder und Jugendliche brauchen (Frei-)Räume. Räume zum Lernen, Spielen und Ankommen. Genau daran arbeiten wir in unseren Quartieren. Im Frankfurter Schönhof-Viertel entsteht unsere Hybridschule: unten eine vierzügige, inklusive Ganztagsschule für bis zu 500 Kinder, oben 134 Mietwohnungen – davon 123 gefördert. Und weil Familien Infrastruktur brauchen, kommen im Quartier fünf Kitas mit 22 Gruppen dazu.
Dann kommt das, was man nicht in Quadratmetern misst: Energie im Viertel. Mit unserem Sponsoring für 3x3-Basketball bringen wir gemeinsam mit weiteren Partnern Kids raus aus dem Off und rein ins Spiel: In Kassel, Hanau und bald auch in Frankfurt. Beim Hessenfinale in Hanau kämpften mehr als 60 Teams mit rund 200 Athlet:innen um den Titel – mitten in der Innenstadt, kostenfrei für alle. Bewegung bringen wir auch in die Nachbarschaften: mit Aktionen im Quartier, von Graffiti-Workshops bis Familien-Kino. Plus Mobilitätsangebote wie E-Bike- und Carsharing-Stationen. So wächst ein Umfeld, das Kinder stark macht – und Eltern entlastet.
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Stadtentwicklung passiert nicht in PowerPoint. Sondern auf Plätzen, in Straßen, in leerstehenden Gebäuden. Genau da sind wir mit unserer ProjektStadt unterwegs. Unser Ziel: Innenstädte und Quartiere so weiterzuentwickeln, dass sie wieder echte Treffpunkte werden zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und für Kultur. Raus aus der Einbahnstraße, rein in neue Nutzungen.
In Schlüchtern wurde aus einer Verkehrsfläche ein 5.800-Quadratmeter-Stadtplatz für Märkte und Veranstaltungen. In Offenbach bekommt ein ehemaliger Kaufhof als „Station Mitte“ eine neue Zukunft als Lern-, Kultur- und Begegnungsort. Herzstück: eine deutlich größere Stadtbibliothek.
Und manchmal wird’s richtig besonders: In Kassel wird der denkmalgeschützte Hochbunker „Agathof“ aus dem Zweiten Weltkrieg künftig als Kulturort genutzt. Unter anderem werden ihn die Vereine Kulturfabrik Salzmann und Klang Keller bespielen. Das Haus wurde multifunktional, robust und resilient umgestaltet: Meterdicke Wände und Decken wurden entfernt, Fensteröffnungen geschaffen und ein neues Dach aufgesetzt. Dafür gab es übrigens einen Preis: Das Projekt wurde vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum als eines von fünf Projekten mit dem Hessischen Landespreis Baukultur 2025 ausgezeichnet.
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