Gesagt
Wir richten unseren Blick neu aus und entscheiden bewusster, wo wir mit unseren Maßnahmen die größte Wirkung erzielen. So bringen wir Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Bezahlbarkeit in ein tragfähiges Gleichgewicht.

Ganz klar: Klimaneutralität ist die größte Gemeinschaftsaufgabe der Wohnungswirtschaft unserer Zeit. Für uns gehört sie seit Jahren zu den zentralen Unternehmenszielen. Bereits mit unserer Klimastrategie „2018+“ haben wir frühzeitig den Weg zur Eliminierung der Treibhausgasemissionen bis 2045 eingeschlagen – und damit Maßstäbe in der Branche gesetzt. Die damalige Zielvereinbarung mit dem Land Hessen war bundesweit einzigartig. Sie markierte den Beginn einer konsequenten Transformation unseres Bestands und schuf zugleich die Grundlage für eine Eigenkapitalerhöhung von 200 Millionen Euro, mit der wir unsere Investitionen über einen Wirkzeitraum von 8 bis 9 Jahren absichern konnten.
Mit der Klimastrategie 2025+ gehen wir nun den nächsten Schritt. Die Rahmenbedingungen haben sich spürbar verändert: ambitioniertere politische Zielsetzungen, steigende Baukosten sowie höhere CO₂-Abgaben und Netzentgelte stellen die gesamte Branche vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig hat die nationale Festlegung auf Klimaneutralität bis 2045 den zeitlichen Rahmen deutlich verkürzt. Für uns ist das kein Anlass zum Abwarten, sondern zum Handeln. Wir reagieren darauf mit einem klaren Paradigmenwechsel.
Während bislang vor allem Energieeffizienzkennzahlen prägend waren, rückt künftig die tatsächliche CO₂-Wirkung unserer Maßnahmen in den Mittelpunkt. Unser Ziel bleibt unverändert ambitioniert: klimaneutraler Wohnraum bis 2045. Den Weg dorthin gestalten wir jedoch neu.
Statt maximaler technischer Eingriffe konzentrieren wir uns auf Lösungen, die schnell und wirksam Emissionen senken. Entscheidend ist nicht mehr allein der energetische Idealzustand eines einzelnen Gebäudes, sondern der größtmögliche Beitrag zur CO₂-Reduktion im gesamten Bestand. Dieser Perspektivwechsel ermöglicht es uns, vorhandene Mittel gezielt einzusetzen und deutlich mehr Wohnungen auf den Klimapfad zu bringen.
Denn Klimaschutz entfaltet seine Wirkung dauerhaft nur dann, wenn er wirtschaftlich tragfähig bleibt und für unsere Mieterinnen und Mieter bezahlbar ist.
Unsere neue Strategie verbindet ökologische Wirkung mit kaufmännischer Verantwortung. In der bisherigen Logik hätten umfassende Vollmodernisierungen Investitionen in Höhe von rund 7,5 Milliarden Euro bis 2045 erfordert – eine Größenordnung, die weder wirtschaftlich darstellbar noch sozial verantwortbar gewesen wäre.
Heute bewegen wir uns mit rund 3,5 Milliarden Euro auf einem Investitionspfad, den wir unter aktuellen Rahmenbedingungen bis 2045 zumindest zu 2/3 finanzieren können. Jeder eingesetzte Euro erzielt dabei eine höhere CO₂-Wirkung. Das schafft Planungssicherheit für das Unternehmen und sorgt gleichzeitig dafür, dass Modernisierungen für unsere Mieterinnen und Mieter moderat bleiben.

rd.3,5Mrd. €
geplante Investitionen gemäß Klimastrategie 2025+ bis 2045

Der neue Kurs verändert auch unsere tägliche Arbeit in den Quartieren. Statt einzelner umfassender Komplettsanierungen setzen wir stärker auf gezielte, weniger investitionsintensive Maßnahmen. Dadurch können wir jedes Jahr deutlich mehr Wohnungen klimafreundlich weiterentwickeln.
Für unsere Quartiere bedeutet das kontinuierliche Verbesserungen statt einzelner Großprojekte. Für unsere Mieterinnen und Mieter vor allem Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Gleichzeitig erhöht sich unsere Umsetzungsgeschwindigkeit – ein entscheidender Faktor auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Auf diesem Weg stärken wir auch die soziale Dimension der Transformation. Die neue Klimaschutzvereinbarung legt größeren Wert auf die gesellschaftliche Wirkung der Defossilisierung. Gemeinsam mit Verbänden und der Initiative Wohnen.2050 (IW.2050) haben wir dazu beigetragen, den Fokus stärker auf tatsächliche CO₂-Reduktionen zu lenken.
Dass dieser Ansatz inzwischen auch bundespolitisch stärker berücksichtigt wird, zeigt sich im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Erfahrungen aus der Praxis finden zunehmend Eingang in politische Rahmenbedingungen. Für uns ist das Bestätigung und Auftrag zugleich. Aktuell stellen uns das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und die veränderten Rahmenbedingungen für die KfW-Förderung von Wärmepumpen jedoch vor echte Herausforderungen, die wir in unserer Klimastrategie konsequent mitdenken müssen.Umso wichtiger ist es, bei all unseren Planungen Weitsicht mit ökologischer Verantwortung, wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Stabilität zu verbinden. Für einen Weg, der Klimaneutralität hoffentlich auch erreichbar macht.
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